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Klavierabend mit Violina Petrychenko
Freitag, 22. September 2017, 19:30

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Am Freitag, dem 22. September gibt die ukrainische Pianistin und Musikwissenschaftlerine Violina Petrychenko in der Trinitatis-Kirche, Bonn-Endenich, Brahmsstr. 14 um 19.30 ein Konzert. Die vielfach ausgezeichnete Pianistin spielt Werke von Beethoven, Schubert und dem Ukrainer Barvinsky. Neben ihrer Tätigkeit als Konzertpianistin in vielen bekannten Konzerthäusern leitet sie eine private Klavierklasse in Köln. Sie ist Jury-Mitglied des internationalen Klavierwettbewerbs moderner Musik „CONCOURS – FESTIVAL RÉPERTOIRE PIANISTIQUE MODERNE“

Eintritt 10 €, Kinder frei

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Lebenslauf
Violina Petrychenko kommt aus der Ukraine. Sie wurde in Saporoschje als Kind einer Musikerfamilie geboren , wo sie bereits mit 6 Jahren mit dem Klavierspiel begann.
Am Musikgymnasium in Saporoschje studierte sie in den Hauptfächern Klavier und Musikwissenschaft. Dabei lag ihr anfänglicher Schwerpunkt mehr im wissenschaftlichen Bereich. In diesem Zusammenhang nahm sie an internationalen Konferenzen teil, aber auch an Klavierwettbewerben.
Mit 12 Jahren war sie Teilnehmerin am Internationalen Prokofiev Wettbewerb und mit 16 Jahren wurde ihre erste theoretische Arbeit herausgegeben. Beide Diplome bestand sie mit Auszeichnung.
Trotzdem begann Violina ein Studium an der Nationalen Tschaikowsky-Musikakademie der Ukraine (Kiew) im Hauptfach Klavier. Seit 2007 studierte sie an die Hochschule für Musik »FRANZ LISZT« Weimar und dann an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Prof. Jacob Leuschner weiterhin Klavier.

Violina vervollständigt nun ihr Studium in der Klasse von Prof. Evgueni Sinaiski an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Ausserdem nahm sie an Meisterkursen bei Peter Nagy, Ferenz Rados, Jeffry Swann, Evgeny Skovorodnikov, Bernd Götzke, Konrad Elser und Pierre-Laurent Aimard teil.

Zudem erhielt Violina zahlreiche Auszeichnungen, Stipendien und Förderpreise, u.a. von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, der Neuen Liszt Stiftung Weimar, Klassik Stiftung Weimar, Anna-Ruths Stiftung, der Stadt Köln,Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung und Theodor-Rogler Stiftung.

Für besondere akademische und künstlerische Leistungen erhielt sie den DAAD-Preis, Folkwang-Preis in der Sparte Musik, bei Rosario Marciano Wettbewerb wurde sie mit einem Diplom ausgezeichnet, beim Medenuswettbewerb erhielt sie Publikumpreis.

Dabei kann die Künstlerin auf eine sehr aktive Konzerttätigkeit zurückblicken. Konzertreisen führten sie durch Deutschland, Holland, Frankreich, Österreich, Spanien, Tschechien und in der Ukraine.Violina hat mehrmals für Deutschlandradio Kultur sowie Radio und Fernsehen MDR und WDR gespielt. Sie spielte bei mehreren Festivals (u.a Bayreuther Klavierfestival, Euro Music Festival, Rösrath Klavierfestival, Klangwelten (Bad Ahrweiler), Alt Kainacher Musiktage (Österreich).

Einen großen Teil ihrer Konzerte spielt sie auch als Kammermusikpartnerin und Liedbegleiterin, sie gründete mit der Saxofonistin Kirstin Niederstraßer im Jahr 2011 das Duo Kiol.

Ausserdem befasst sie sich zusäztlich mit historischen Tasteninstrumenten. Es findet den Ausdruck bei zahlreichen Konzerten (u.a Stadtschloss und Franz Liszt Wohnhaus in Weimar, Schlossmuseum in Sondershausen).

Violina stellt sich in die Tradition der ukrainischen Kultur und sucht sie zu popularisieren. 2014 erschien ihre Solo-CD bei ARS mit Klavierwerken von A.Skrjabin und Ersteinspielungen des ukrainischen Komponisten V.Kosenko. Die CD erhielt hohes Kritikerlob und gab Anlass zu weiterer Erforschung der ukrainischen klassischen Musik: Im November 2015 ist ihre CD »Ukrainian Moods« erschienen.

Zum Programm
Im Programm steht Vasyl Barvinsky, geboren 1888, Studium in Lemberg und Prag und einer der ersten ukrainischen Komponisten, der nicht nur ingeboren 1888, Studium in Lemberg und Prag und einer der ersten ukrainischen Komponisten, der nicht nur in der Sowjetunion, sondern auch in Wien, Leipzig, New York und Japan große Anerkennung fand. Unter Stalin wurde ihm jedoch seine aristokratische Herkunft zum Verhängnis und zwar dadurch, dass man ihn 1948 der deutschen Spionage bezichtigte und er mit seiner Familie für zehn Jahre in den GULAG verbannt wurde. Alle seine Werke und Kompositionen wurden öffentlich verbrannt und 3/4 seines Werkes sind seitdem unwiederbringlich verloren. 1958 kehrte er zwar aus der Haft zurück, lebte aber nur noch als gebrochener Mann bis zu seinem Tod im Jahre 1963. Erst danach wurde er wieder vollständig rehabilitiert.
Violina Petrychenko spielt seinen Klavierzyklus „Liebe“. Der entstand, als sich 1916 nach der Besetzung Lembergs durch Polen dort Chaos und Gewaltakte verbreiteten, quasi als Ventil für seine Gefühle der Einsamkeit, Sehnsucht und Hoffnung im Zusammenhang mit seiner Verlobten. Nachdem sich diese Lage aber wieder beruhigt hatte, konnten sie dann doch beide heiraten und bis zu ihrer Deportation eine glückliche Ehe führen.
Ludwig van Beethoven schrieb seinen Liederzyklus „An die ferne Geliebte“ im April 1816, also etwa 100 Jahre zuvor, ebenfalls zu einem traurigen Anlass im Auftrag für seinen langjährigen Gönner, den böhmischen Fürsten Franz Joseph von Lobkowitz, dessen geliebte Gattin am 24. Januar 1816 überraschend gestorben war. Ein adliger Freund schreibt dazu in sein Tagebuch: „Der Fürst befand sich in den folgenden Tagen in einem schräcklichen Zustande ganz wie vernichtet“ und Lobkowitz überlebte seine Frau dann auch nur um etwas mehr als 10 Monate und verstarb noch im gleichen Jahr. Franz Liszt transkribierte diesen ersten Liederzyklus Beethovens dann während seiner Weimarer Zeit um 1850 für das Klavier.
Die zwei „Vorzeigestücke“ der Romantik, die 4 Impromptus op. 142 von Schubert und die 4 Mazurken op. 68 von Chopin entstanden 1827 bzw. in der Zeit von 1830 bis 1846 bei Chopin, der ja dafür bekannt ist, dass er an seinen Werken manchmal jahrelang feilte, bis sie ihm endgültig gefielen.

2017 Petrychenko

Ort Trinitatis-Kirche in Bonn-Endenich, Brahmsstr. 14