In diesem Jahr kann das ökumenische Kirchenfest nicht stattfinden. Wir freuen uns aber, einen Ökumenischen Festgottesdienst feiern zu können. Er findet auf der Wiese hinter der Endenicher Burg statt. Einlass ist ab 11.30 Uhr.

Aufgrund der begrenzten Teilnahmezahl und der Corona-Schutzmaßnahmen ist eine Anmeldung erforderlich.

Auch das Tragen von Mund-Nasen-Schutz ist verbindlich.

Bitte melden Sie sich telefonisch oder per E-Mail in den Büros an:

Pfarrbüro St. Maria Magdalena Tel. 62 32 82
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Gemeindebüro Trinitatis Tel. 978 40 – 11
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Urlaubsbedingt ist das Gemeindebüro vom 8. bis 12. Juni geschlossen. Wenden Sie sich in der zweiten Juniwoche für die Anmeldung bitte an das Pfarrbüro St. Maria Magdalena.

Um den Vorschriften zur Verfolgung möglicher Infektionsketten zu genügen, müssen Sie bei der Anmeldung Ihren Namen, die Adresse und die Telefonnummer angeben.

Anmeldeschluss ist Donnerstag, der 18. Juni.

7 JuniAm Trinitatissonntag feiern wir wieder unter Einhaltung der mittlerweile gut erprobten Sicherheitsvorkehrung Gottesdienst. Musikalisch werden wir unterstützt vom Bonner Singer-Songwriter Max Scheer, der vergangenen Oktober bereits im Rahmen eines kleinen Liederabends in Trini gespielt hat. Liturg ist Pfr. Tobias Mölleken. Herzliche Einladung!

Geplant war der Abschied nicht, vorbereitet schon gar nicht. Als Pfarrer a.D. Burkhard Müller vor einem Jahr im Juni 2019 zum letzten Mal in der Trinitatisgemeinde war, ahnte er zwar, dass er eine Weile würde kürzer treten müssen. Er wollte den Sommer nutzen, um sich auszukurieren. Dass die Krankheit sein Leben komplett umkrempeln würde, wusste er nicht. Lisa Inhoffen und Käthe Jowanowitsch haben ihn in seinem Haus am Meßdorfer Feld besucht und mit ihm über ein Jahr gesprochen, das ihn so gebeutelt hat wie noch keines zuvor.

Burkhard, wie geht es dir?
BM: Inzwischen ganz gut, muss ich sagen. Viel besser jedenfalls als vor ein paar Monaten.

Wie hat es angefangen mit deiner Krankheit?
BM: Das ist ziemlich genau ein Jahr her. Ich habe lange gar nicht gewusst, was überhaupt mit mir los ist. Am Anfang habe ich gedacht, es ist eine Sommergrippe: ein bisschen Fieber, Schwäche und komische Kopfschmerzen. Aber es wurde und wurde nicht besser, ganz im Gegenteil. Heute würde ich sagen: Die Krankheit hat sich langsam in mich hineingeschlichen. Im Juni war klar, dass ich einige wichtige Termine absagen musste wie zum Beispiel das ökumenische Kirchenfest. Ich fühlte mich immer schlechter, die Ärzte fanden keine Ursache. Und so kam ich ins Krankenhaus. Es dauerte dann noch eine ganze Weile, bis die Diagnose feststand: Alle Arterien waren entzündet. Das nennt sich Panarteriitis, eine seltene Autoimmunerkrankung, von der ich vorher noch nie gehört hatte. Das Gute daran ist, dass einem nichts wehtut. Aber damit hört das Gute auch schon auf. Als endlich feststand, was ich habe, war das für mich eine große Erleichterung, zumal mir die Ärzte versicherten, dass die Krankheit zwar lange dauern würde, aber gut zu behandeln sei. Da habe ich mich fast schon wieder gesund gefühlt. Was ich allerdings nicht wusste, war, dass die Therapie nicht einfach sein würde. Um es kurz zu machen: Ich habe in den vergangenen Monaten viele Höhen und Tiefen erlebt. Am Anfang mehr Tiefen als Höhen. Und es gab auch sehr heikle Situationen. Als mehr und mehr dazu kam, hat mein Arzt gesagt, ich sei ein "Sammler von Krankheiten". Im Herbst war ich viel und lange im Krankenhaus. Erst im Dezember bin ich entlassen worden, an meinem 81. Geburtstag.

Und von da an ging es bergauf?
BM: So kann man das nicht sagen. Es war und ist wechselhaft. Nach der Entlassung habe ich mich sehr schwach gefühlt, aufgeschwemmt und kaum beweglich Jetzt geht es besser. Aber manchmal denke ich, ich bin einfach nicht für diese Krankheit geschaffen. Vor allem, wenn ich merke, dass mich ausgerechnet das, was ich besonders gern mache – zum Beispiel leidenschaftlich diskutieren –, sehr erschöpft. Ich weiß immer noch nicht genau, wie ich mit mir selbst umgehen soll.

Im Dezember 2019 hast du dich von deinem Chor und vom Orchester verabschiedet und den Predigtdienst abgegeben. Wie schwer ist dir die Entscheidung gefallen?
BM: Ich hatte lange Zeit die Hoffnung, dass es doch irgendwann wieder klappt. Zum Beispiel mit der Leitung des Weihnachtschors. Aber das war eine Art Aufschieben. Bis mir klar geworden ist: Das wird nichts. Ich schaffe das nicht. Erstaunlicherweise war diese Erkenntnis gar nicht schmerzhaft, sondern eher eine Erleichterung. Nicht in dem Sinne, dass mir jetzt eine Last von den Schultern genommen sei, sondern als Eingeständnis mir selbst gegenüber. Man könnte auch sagen: Ich habe begriffen und akzeptiert, wie ernst die Lage ist.

Und gleichzeitig hast du dich darum bemüht, dass es auch ohne dich gut weitergeht?
Ich habe Glück gehabt und für den Chor eine tolle Stimmbildnerin gefunden, Frau Elsa Funk-Schlör. Sie hat auch die Vorbereitung des Weihnachtschors übernommen. Ingo Wittrock, der schon bei vielen unserer Konzerte als Solist mitgewirkt hat, ist im Sommer für ein Probenwochenende eingesprungen. Danach hat er sich bereit erklärt, mit dem Chor die angefangene Mendelssohn-Kantate zur Aufführung zu bringen. Geplant war sie für den 29. März. Andreas Jacobs hat sich um das Orchester gekümmert. Dann kam Corona, und alles wurde abgesagt. Aber Ingos Zusage steht, wann auch immer das Konzert stattfinden wird. Sehr froh bin ich, dass Elisabeth Gogolin, unsere Organistin, die Organisation übernommen hat und den Kontakt mit allen Beteiligten pflegt. Es ist also alles sehr glücklich gelaufen.

Und die Gottesdienste?
BM: Trinitatis hat Gott sei Dank so viele gute Prediger und Predigerinnen. Da brauchte ich mir keine Gedanken zu machen.

Wirst du denn irgendwann als Prediger zurückkommen?
BM: Ich habe den Talar in den Keller gehängt. So ist das. Jetzt kümmere ich mich nur noch ein bisschen um Trimolo. Wir würden gern mit "Corona-Kurz-Konzerten" starten, sobald das möglich ist.

Wie sieht dein Alltag heute aus?
BM: Ich versuche, ihm eine feste Struktur zu geben. Zweimal am Tag gehe ich spazieren oder mache Sport, zusammen mit meiner Frau Hanna, die immer an meiner Seite ist. Weite Wege kann ich nicht gehen. Die Fortschritte sind, ehrlich gesagt, minimal. Aber ich bin froh, dass ich wieder in Bewegung bin. Außerdem höre ich sehr viel Musik. Bach-Kantaten, aber auch anderes. Ich lese viel, verfolge die Nachrichten, bekomme und beantworte Mails. Und ich habe angefangen, zu schreiben. Jeden Tag einen kurzen Text, wenn es gut geht, schaffe ich eine Seite, manchmal weniger.

Was sind das für Texte?
BM: Es sind kurze Andachten. Zum Beispiel über Pfingsten oder über die einzelnen Abschnitte des Vaterunser. Ich schreibe, was mir das bedeutet, und erzähle von meinem Glauben. Bisher habe ich 60, 70 Seiten. Wenn ich durchhalte, dann könnte daraus ein Buch mit 365 Texten für das ganze Jahr werden. Wenn das jemanden interessiert.

Nun ist auch noch Corona ins Land gekommen. Hat das konkrete Auswirkungen?
BM: Für mich nicht so sehr. Ich lebe ja schon sehr zurückgezogen. Für Hanna dagegen schon. Sie passt sehr auf mich und sich auf, achtet auf Abstand und geht kaum noch raus. Sehr schade ist, dass unsere Kinder und Enkelkinder nicht mehr kommen können. Die vermissen wir sehr. Wir nutzen jetzt alle Möglichkeiten, um in Kontakt zu bleiben, und telefonieren viel.

Was fehlt dir außer der Familie am meisten?
BM: Die Gottesdienste, ganz klar! Nicht nur in religiöser oder geistlicher Hinsicht. Die Gemeinde ist für mich ein Stück Heimat. Das sind die Menschen, die ich kenne und die mir wichtig sind. Das ist der Raum, den ich mag und in dem sich ein Stück meiner eigenen Geschichte abgespielt hat. Das fehlt mir sehr. Und ich freue mich, wenn das wieder möglich ist. Nach Corona. Und wenn ich den Weg dorthin wieder schaffe.

Wenn du auf das Jahr zurückblickst: Hat sich dein Blick auf das Leben verändert?
BM: Eigentlich bin ich ein glücklicher Mensch. Natürlich stört mich die Krankheit, aber nicht substanziell. Ich finde, dass der Satz „Hauptsache gesund" nicht stimmt. Wichtig ist, dass man seine Krankheit annimmst, dass man sie tragen kann. Als Pfarrer habe ich mich mit dem Sterben viel auseinandergesetzt. Mir war immer bewusst, dass ich nicht ewig leben werde. Jetzt bin ich in einem Alter, wo es ganz plötzlich zu Ende gehen kann. Früher hatte ich immer weite Perspektiven. Jetzt lebe ich von Tag zu Tag, und der Tag, den ich gerade erlebe, ist der wichtigste. So ganz stimmt das, ehrlich gesagt, aber auch nicht. Ich habe schon wieder angefangen, Pläne zu machen …

Das Interview für den Gemeindebrief Ausgabe Juni 2020 führten Lisa Inhoffen und Käthe Jowanowitsch

Lutz van Dijk Kapstadt, am 9. Mai 2020

Lieber Pfarrer Grieser, liebe „Trini“ Gemeinde!

Gern denken wir an unsere letzten Treffen bei Euch und danken für die Nachfrage, wie der „Lockdown“ bei uns aussieht.

Gleichzeitig freuen wir uns, dass bei Euch in Deutschland erste Lockerungen möglich zu sein scheinen – und wünschen Euch dabei viel Erfolg (und freundliche Geduld miteinander)!

Seit dem 26. März ist landesweiter strenger „Lockdown“ in Südafrika, der teilweise brutal von Polizei und Armee, vor allem in den armen Gegenden, durchgesetzt wurde. Doch alle Härte hilft nichts, wenn in den meisten Townships oft über 50 Menschen einen Wasserhahn und eine Toilette teilen müssen.

Über die Hälfte der Südafrikaner*innen lebten schon vor Covid-19 unter der Armutsgrenze – wie sollen sie jetzt überleben, wenn sie daheim bleiben müssen und nicht mal mehr auf Tagesjobs hoffen können? Auch Hunger tut weh... und ist vorerst für viele konkreter spürbar als ein unsichtbarer Virus.

Unser Arzt im Kinderhaus machte uns rechtzeitig vor dem Lockdown darauf aufmerksam, dass einige unserer Kinder besonders gefährdet seien aufgrund von Vorerkrankungen, und es besser wäre, wenn wir zumindest diese aus dem Township evakuieren könnten. Tatsächlich gelang es, ein leerstehendes Haus in einem Nachbarort anzumieten und innerhalb von fünf Tagen zu renovieren, einzurichten und den Umzug von elf Kindern mit drei Erzieher*innen zu verwirklichen, die dort seitdem in Isolation leben. Vier von uns im Kinderhaus-Team haben eine offizielle Genehmigung, weiter auf der Straße zu sein, um ab nun beide Häuser mit Nahrung und Medikamenten zu versorgen.

Die Jugendlichen verstehen den Ernst der Lage und helfen im Alltag der beiden eingeschlossenen Großfamilien mit Sport und anderen Aktivitäten. Einige der Kleinen vermissen zunehmend das Spielen draußen und ihre Freunde im anderen Kinderhaus. Seit der Lockdown auf unbestimmte Zeit verlängert wurde, haben wir auch in beiden Kinderhäusern mit täglichem Schul-Unterricht begonnen, so gut es geht.

Was sind die Prognosen ? Die meisten Experten erklären, dass die bislang im Vergleich zu Europa eher niedrigen Infektionszahlen kein reales Bild wiedergeben, da es noch viel zu wenig Tests gäbe. In Südafrika mit mehr als 56 Millionen Einwohnern liegen sie inzwischen bei ca. 9000 nachgewiesenen Infektionen und rund 200 Toten. Die Zunahme Woche um Woche ist immens – ein Höhepunkt wird erst im August erwartet: Bis zu 500.000 Patienten könnten es dann sein, von denen rund 100.000 Intensivbetreuung benötigen würden. Wie aber soll das gehen bei nur 3.000 Betten auf Intensivstationen landesweit ?

Was an Initiativen gegen Hunger und Hoffnungslosigkeit trotzdem selbst in unserem kleinen Township von ca. 40.000 Menschen begonnen wurde, habe ich kürzlich in einem Bericht für eine südafrikanische Zeitung notiert: https://www.dailymaverick.co.za/article/2020-05-03-masiphumelele-and-its-covid-19-response-shows-us-we-can-succeed-together/

Ende September wollten unser leitender Erzieher Phillip Rihlampfu und ich erneut zu Euch kommen, um von unserer Arbeit zu berichten. Derzeit weiß noch niemand, ob bis dahin überhaupt wieder internationale Flüge gehen werden. Und Phillip und ich wissen noch nicht, wie wir dann hier gebraucht werden.

Aber wir denken aneinander – und halten Kontakt!
Herzliche Grüße,
Lutz und alle kleinen und großen Menschen in unseren derzeit zwei HOKISA Kinderhäusern

Sie leben im Township Masiphumelele bei Kapstadt: Kinder und Jugendliche, die von HIV betroffen sind, und Mitarbeitende des Kinderhaus-Projektes, das Lutz van Dijk vor vielen Jahren ins Leben gerufen hat. Lesen Sie hier seinen Brief an die Trinitatiskirchengemeinde.

HokisaSpendenaufruf

Seit vielen Jahren unterstützen wir das Kinderhaus-Projekt HOKISA in Südafrika mit einem Teil des Erlöses des Ökumenischen Kirchenfestes. In diesem Jahr kann das Fest nicht stattfinden. Daher bitten wir an dieser Stelle um Spenden an den Förderverein HOKISA in Bonn

IBAN DE48 3702 0500 0008 3370 00

Bitte geben Sie Namen und Anschrift an, damit eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden kann.